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„Geovillages“ Auftaktveranstaltung in Sentheim (Frankreich) am 11.-14. Oktober 2012

Das Jura-Museum Eichstätt ist ein Partner des von der EU geförderten Grundtvig-Programms für Erwachsenenbildung „Geovillages“. Mit an Bord sind das Öffentliche Bildungszentrum & Abendkunstschule Boyabat (Boyabat Halk Egitimi Merkezi ve Aksam Sanat Okulu Mudurlugu) aus der Türkei und die Association Maison de la Geologie et de l'Environment de Haute Alsace im elsässischen Sentheim. Gemeinsam werden wir in den kommenden zwei Jahren lokale Geologieprojekte voranbringen und voneinander lernen. Das Jura-Museum wird im Rahmen diese Projektes mehrere Kurse für Blinde und Sehbehinderte entwickeln sowie im zweiten Jahr eine wissenschaftshistorische Vorlesungsreihe für die Zielgruppe 50+.

Bild: Das Geovillages-Team bei der Besichtigung des Industriedenkmals Grube Rudolph bei Mulhouse (Foto: U. Hirsch)

 

Forschungsgrabung Ettling

Seit 1. Oktober 2012 ruht die Arbeit an der Forschunggrabung Ettling. Nun geht es an die Winterarbeit des Präparierens und Auswertens der Fundstücke.
Auch dieser Grabungssaison gelangen wieder besondere Funde. Dazu gehört der Pflasterzahnrifffisch "Proscinetes" egertoni, der mittlerweile auch fertig präpariert ist. Die ist der Erstnachweis dieser Art in den bayerischen Plattenkalken. Bisher ist die Art nur aus der französischen Fundstelle Cerin bekannt.

Bild: "Proscinetes" egertoni (Foto: Haas)

 

Die Rückkehr des Ötzi

Am 20. September 2012 wurde die Sonderausstellung "Die Rückkehr des Ötzi" eröffnet. Die geladenen Gäste der Vernissage erfuhren allerhand Spannendes über den Toten aus dem Eis, besichtigten die neue Ausstellung und genossen einen Steinzeit-Eintopf mit Graupen, Wildgemüse und Fleisch. Am Abend entzündeten Mitarbeiter der Wildnisschule Altmühltal ein Feuer durch Holzreibung und Zunder.

Zur Ausstellung gibt es einreichhaltiges Begleitprogramm.


Bild: Auge in Auge
mit dem Mann aus
dem Eis (Foto: Haas)

 

 

Bild: Feuermachen
(Foto: Haas)

 

 

 

Strandpartie im Jura-Museum

Wer als Eichstätter das Meer sehen will, muss nicht weit gehen!

Die neue Dauerausstellung "Riffe im Jura-Meer" und die Sonderausstellung "Kieselsteine -Strandgeschichten" bieten Meerblick pur und spannende Geschichten aus der bewegten Vergangenheit unseres Heimatplaneten.

Am 10. Juli 2012 hatte das Jura-Meer zur "Strandpartie" geladen. Nach einem Einführungsvortrag durch die Museumsleiterin und einem Grußwort der stellvertretenden Landrätin Tanja Schorer-Dremel flanierten die geladenen Gäste bei Karibikklängen und Cocktails durch die neuen Ausstellungen.

Bild: Chesil Beach, Südengland, Landschaftsfoto aus der Sonderausstellung "Kieselsteine - Strandgeschichten" (Foto: MKE)

 

Kieselsteine – Strandgeschichten

Seit dem 20. Juni ist die Sonderausstellung "Kieselsteine - Strandgeschichten" im Jura-Museum Eichstätt zu sehen. Dem Planeten Erde stecken bereits 4,5 Milliarden Jahre Vergangenheit in den „Knochen“, in den Steinen nämlich. Wer die Sprache der Steine zu entschlüsseln gelernt hat, dem erzählen sie ihren ein Teil der großen ErdGeschichte.
In der Ausstellung im Jura-Museum Eichstätt sind es einfache und doch wunderschöne Kieselsteine, Mitbringsel vom Standspaziergang, die - u
nterstützt von Landschaftsfotos - ihre Geschichte erzählen: von den Gletschern der Eiszeit, von Vulkanausbrüchen, von Sanddünen in der Wüste, vom Werden und Vergehen der Gebirge und der schier endlosen Zeit, die dafür von Nöten ist.

(Bild: Kiesel von der Isle of Skye; Foto: Haas)

 

 

Fische vom Feinsten!

Seit dem 26. Juni 2012 sind wieder ausgewählte Funde der Forschungsgrabung Ettling im Jura-Museum Eichstätt zu sehen!

Bild: Thrissops formosus mit Farbmustererhaltung (Foto: Ebert)

 

 

Forschungsminister Heubisch im Jura-Museum Eichstätt
Am 31. Mai 2012 war der Bayerische Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Dr. Wolfgang Heubisch, zu einem Arbeitsbesuch im Jura-Museum Eichstätt. Begleitet wurde er vom Generaldirektor der Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns, Professor Gerhard Haszprunar, vom Museumsträger, dem Regens des Eichstätter Priesterseminars, Herrn Christoph Wölfle, und von der stellvertretenden Landrätin, Frau Rita Böhm.
Die Museumsleiterin
Dr. Martina Kölbl-Ebert führte den Minister durch die Ausstellungen des Museums. Anschließend informierte sich Minister Heubisch über aktuelle Forschungsvorhaben des Museum und die Forschungsgrabung Ettling. „Es ist wichtig“, sagte der Minister, „zu vermitteln, dass ein jedes Museum auch eine Forschungsstätte ist.“ Das Jura-Museum schlägt sich in dieser Hinsicht ausgezeichnet. Es verfügt über die weltweit bedeutendste Sammlung von Fossilien der Plattenkalke der Region Eichstätt/Solnhofen, betreut Gastwissenschaftler, organisiert wissenschaftliche Tagungen und führt eigene Forschungsprojekte durch, die über Drittmittel finanziert werden, so etwas das Forschungsprojekt „Die Dynamik des Solnhofener Archipels – Paläontologie und Paläoökologie“, das durch die Volkswagenstiftung gefördert wird.

Bild: Beim Bestaunen des Ichthyosauriermodells; von links nach rechts: Stellvertretende Landrätin Rita Böhm, Regens Christoph Wölfle, Museumsleiterin Dr. Martina Kölbl-Ebert, Staatsminister Dr. Wolfgang Heubisch und Generaldirektor Prof. Dr. Gerhard Haszprunar (Foto: Hornung).

 

Riffe im Jura-Meer
Seit 24. Mai 2012 ist die neue Riffausstellung im Hauptsaal des Jura-Museums zu besichtigen!

Riffe sind ein Nebengestein der Solnhofener Plattenkalke. Fossile Riffe bestehen aus den Skeletten und Schalen ihrer Erbauer und vieler ihrer Bewohner. Riffgestein ist daher voller Fossilien. Allerdings fehlen die Wirbeltiere, da sie im sauerstoffreichen Milieu der Riffe rasch von Aasfressern verzehrt werden. Ihre Fossilien muss man als Zufallsfunde in den Plattenkalkwannen suchen. Andererseits geben die Plattenkalke keine Vorstellung von der hohen Diversität an Wirbellosen in einem jurazeitlichen Riff. Hier kann nur das Riffgestein selbst Aufschluss geben. Erst beides zusammen, Plattenkalkfossilien und Rifffossilien, geben ein einigermaßen objektives Bild vom Leben in unseren Jurariffen.
Riffe waren und sind faszinierende, stark vernetzte Lebensräume. Eine Betrachtung von Riffen durch die Erdgeschichte zeigt, wie das biologische „Rifffenster“ von geologischen/klimatische Bedingungen ebenso abhing wie von der biologischen Diversität, die die Evolution in einem bestimmten Zeitabschnitt zur Verfügung stellte.

Bild: Korallenriff im Jura-Museum (Foto: Haas)

 

"28.000 km gefrühstückt"
Spannende Mitmachaktionen beim Internationalen Museumstag im Jura-Museum

Unter dem Motto "Welt im Wandel - Museen im Wandel" fand am Sonntag, den 20. Mai 2012 im Jura-Museum Eichstätt der Internationale Museumstag statt. Zahlreiche Stationen luden die Besucher zum Mitmachen ein.
In einer offenen Lithographiewerkstatt konnten Kinder sich künstlerisch beim Steindruck ausprobieren. Wer hoch hinaus wollte, konnte den nun wieder zugänglichen Turm der Willibaldsburg erklimmen und den einzigartigen Ausblick genießen. Auch das Wissen kam nicht zu kurz: Die Entstehung und Erhaltung von Fossilien war das Thema eines Lehrpfades quer durch das Museum. Am Ende konnten die Besucher ihr eigenes Fossil herstellen und mit nach Hause nehmen.
Wie viele Kilometer hast du heute gefrühstückt?, lautete die Frage an einer weiteren Station zur nun beendeten Sonderausstellung "Klimaschützen kann jeder". Eine Banane aus Ecuador hat beispielsweise rund 14.000 km zurückgelegt, bevor sie bei uns auf dem Frühstückstisch landet. Zusammen mit einem Nutellabrot kommt man dann schon auf 28.000 km: der ökologische Fußabdruck eines einzigen Frühstücks.

Bild:
Druckstein und Druck aus der Lithographiewerkstatt (Foto: Balbierz)

 

Umweltbeauftragter besucht Klimaschutz-Ausstellung

Am 8. Mai 2012 besuchte Archimandrit Dr. Andreas Thiermeyer die Sonderausstellung "Klimaschützen kann jeder" und ließ sich durch die Ausstellung führen. Herr Thiermeyer ist Umweltbeauftragter der Diözese Eichstätt und wird die Wanderausstellung der Verbraucherzentrale Bayern für den kommenden Herbst in das Wallfahrt- und Diözesanjugendhaus Habsberg holen.

Bild: Von links nach rechts: Umweltreferentin Lisa Amon, Archimandrit Dr. Andreas Thiermeyer (Umweltbeauftragter der Diözese Eichstätt), Dr. Martina Kölbl-Ebert (Leiterin des Jura-Museums) und Matthias Zeuner-Hanning (Umweltberater der Verbraucherzentrale Bayern)
(Foto: Pressedienst der Diözese Eichstätt).

 

Ausstellungseröffnung: Klima schützen kann jeder!
Am 25. April 2012 wurde im Jura-Museum Eichstätt die Wanderausstellung der Verbraucherzentrale Bayern e.V. „Klima schützen kann jeder!“ eröffnet. In einer kurzweiligen Einführung gaben Gitta Geue, Umweltreferentin der Verbraucherzentrale Bayern, und Matthias Zeuner-Hanning, Referat Umwelt und Nachhaltigkeit, praktische Tipps, was jeder einzelne tun kann, um im Alltag das Klima zu schützen. Ob unterwegs, zu Hause oder beim Einkaufen gilt: Klima schützen ist ganz einfach und jeder Beitrag zählt. Dies schont nicht nur die Umwelt für uns und unsere Kinder sondern ebenso den eigenen Geldbeutel.

Bild zur Vernissage der Klimaausstellung: Spiel und Spannung beim Klimaquiz: wie klimafit bin ich?
(Foto: Haas)

Runder Tisch Umweltbildung Am 23. April 2012 war das Jura-Museum Eichstätt Gastgeber des 29. Runden Tischs Umweltbildung, an dem sich 22 Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus Umweltbildung, -politik und -pädagogik der Region zum Informationsaustausch trafen. Museumspädagoge Hans-Dieter Haas M.A. stellte das E-Learning-Projekt „Natural Europe“ vor, das im Rahmen des „Information and Communication Technologies Programmes“ der Europäischen Kommission finanziert wird. Hierbei werden museumspädagogische Angebote in Lerneinheiten, so genannten "Educational Pathways", speziell für Schulen und Familien aufbereitet. Darüber hinaus werden alle Exponate der Museumsausstellung in die virtuelle Bibliothek Europeana eingespeist, die einer breiten Öffentlichkeit das wissenschaftliche und kulturelle Erbe Europas in Form von Bild-, Text-, Ton- und Video-Dateien zugänglich macht. Für das Jura-Museum arbeiten derzeit der Museumspädagoge Hans-Dieter Haas und als wissenschaftliche Hilfskraft Eva Olmo-Gil (Doktorandin an der Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt) an diesem Projekt.

 

Ostern 2012: Ichthyosaurierpräparation macht gute Fortschritte
Die Präparation des Ostern vor zwei Jahren am Eichstätter Blumenberg gefundenen, gut 1,30 m langen Ichthyosauriers macht gute Fortschritte. Präparator Andreas Radecker nimmt sich nun das letzte Teilstück des in mehreren Teilen geborgenen Meeresreptils vor. Die Präparation erfolgt mittels Vibrier-Stichel unter dem Mikroskop bei ständiger UV-Licht-Kontrolle, da Knochen und Weichteile mit bloßem Auge kaum vom umgebenden Gestein zu unterscheiden sind. Bisher wurden 738 Stunden Präparationsstunden in das seltene Fossil investiert.

Bild: Zustand des Ichthyosauriers um Ostern 2012 (Foto: Haas)

 

Detailbild Lebendige Steine: Ausstellung mit Kunstwerke von Olga Koulikova
Am 27. März 2012 fand die Vernissage der Sonderausstellung statt, die vor allem Tierskulpturen heutiger und ausgestorbener Tiere zeigt, die speziell für diese Ausstellung entstanden sind. Außerdem dokumentiert die Ausstellung Frau Koulikovas Arbeit an einem kolossalen, rund 150qm großen Steinrelief, das den Saal der prähistorischen Säugetiere des 1987 eröffneten Paläontologischen Museums in Moskau schmückt.

Bild: Detail aus dem Moskauer Relief (Foto: Koulikova)

 

Exkursion

Fische-Tagung im Jura-Museum Vom 20. bis 23. März 2012 fand im Jura-Museum Eichstätt der erste Workshop über fossile Fische des Solnhofener Archipels statt. Zu der Tagung waren die Mitglieder einer Arbeitsgruppe eingeladen, die sich für die Entstehung der Bayerischen Plattenkalkvorkommen und die Ökologie der einzelnen Plattenkalkwannen interessieren. Obwohl der Schwerpunkt auf der Fischfauna der Plattenkalke lag, beleuchteten die Vorträge, Diskussionsrunden und Exkursionen das Thema aus unterschiedlichen, interdisziplinären Blickwinkeln: Taxonomie, Taphonomie, Sedimentologie, Stratigraphie, Ökologie und Biodiversität. Daher nahmen u.a. auch Spezialisten für fossile Tintenfische, Krebse, Ammoniten und das Gestein an der Veranstaltung teil. Die Tagung zog eine Zwischenbilanz und eröffnete neue, spannende Perspektiven für ein von der Volkswagen-Stiftung gefördertes Forschungsprojekt in dem das Jura-Museum Eichstätt und die Bayerische Staatssammlung für Paläontologie und Geologie kooperieren.

Bild: Tagungsteilnehmer auf Exkursion (Foto: MKE)

 

Beginn der Grabungssaison
Am 5. März 2012 hat die Grabungssaison im Steinbruch Ettling begonnen. Grabungsleiter Dipl.-Geol. Martin Ebert und vier ehrenamtliche studentische Grabungshelferinnen haben sich wieder auf die anstrengende Suche nach Fossilien gemacht. Die Grabung des Jura-Museums Eichstätt läuft seit Sommer 2007 und erbringt vor allem fossile Fische. Funde von größeren Fischen sind in Ettling selten und nur unter sehr großem Zeitaufwand zu machen. Da der weiche, vergleichsweise mürbe Stein von zahlreichen teils klaffenden und lehmgefüllten Klüften durchzogen ist, ist die Bergung der Fossilien oft nur als Ansammlung von Bruchstücken möglich. Entsprechend hoch ist der Präparationsaufwand. Dennoch lohnt sich der Einsatz aus wissenschaftlichen Gründen: Zum einen ist die Erhaltung der Fische ganz außerordentlich gut. In ihrem Detailreichtum und mit der teilweise auftretenden Farberhaltung übertrifft sie noch bei weitem die Funde aus der Region Eichstätt/Solnhofen. Zum anderen besitzt Ettling eine Fischfauna mit zahlreichen, bisher noch unbeschriebenen Arten. Dabei handelt es sich großenteils um frühe Vertreter der modernen Strahlenflosser (Teleostei), die in der Zeit des Oberen Jura begonnen haben, ihre heutige Vielfalt zu entwickeln. Daher erwarten sich Fischspezialisten und -expertinnen, die die Sammlung des Jura-Museums regelmäßig besuchen, neue Erkenntnisse über die frühe Entwicklungsgeschichte der modernen Strahlenflosser, die in Ettling mit einer außerordentlichen Diversität vorkommen. Die besondere Detailliertheit der Fossilerhaltung ermöglicht auch die Untersuchung von biomechanischen und paläobiologischen Fragestellungen. Für all diese Forschungsarbeiten ist Ettling ein einzigartiges Fenster in die Erdgeschichte.

Bild : Steinbruch Ettling (Foto: Ebert)