Seit 25 Jahren betreibt das Staatliche Museum für Naturkunde Stutttgart eine Forschungsgrabung in dem Dorf Nusplingen auf der Schwäbischen Alb. Dort stehen die einzigen fossilführenden Platttenkalke des Oberjura in Baden-Württemberg an. Und diese Fossilien sind hervorragend erhalten. Etwa eine halbe Million Jahre älter, als die berühmten Solnhofener Plattenkalke zeigen die Fossilien Nusplingens viele Gemeinsamkeiten und doch feine Unterschiede zu vergleichbaren bayerischen Funden. Und gerade diese Unterschiede liefern den Wissenschaftlern wichtige Hinweise auf die Ökologie und Evolution in der Jura-Zeit.

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Am 29. März war es dann soweit. Im Jura- Museum Eichstätt wurde die Sonderausstellung "Nusplingen" eröffnet. Die Ausstellung liefert eine Übersicht über die Tier-und Pflanzenwelt zur Jura-Zeit und präsentiert wichtige Funde der Forschungsgrabung. Darunter fallen die versteinerten Tiere und Pflanzen selber, aber auch ihre Spuren, die uns viel über das Leben und Sterben zur Jura-Zeit erzählen.

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Die markantesten Fossilien Nusplingens sind die Meerengel-Haie. Mit ihren breiten Flossen erinnern sie an Rochen. Wie diese lebten die Meerengel am Meeresboden und lauerten dort auf ihre Beute, kleine Fische und Krebse. Noch heute leben in allen Meeren Meerengel-Haie. Sie unterscheiden sich nur wenig von ihren Vorfahren der Jura-Zeit. Normalerweise sind fossile Meerengel eine große Rarität. In den letzten 25 Jahren der Forschungsgrabung des Stuttgarter Naturkundemuseums konnten in Nusplingen aber 24 mehr oder weniger vollständige Exemplare gefunden werden. Warum die Meerengel in Nusplingen so häufig waren, ist noch unklar.

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Die Ausstellung ist vom 30. März bis 17. September geöffnet. Sie kann zu den regulären Öffnungszeiten des Jura-Museums ohne Aufpreis besucht werden.