Nach über 200 Jahren Forschungsgeschichte der Solnhofener Plattenkalke könnte man meinen, es sei schon alles entdeckt, was entdeckt werden kann. Weit gefehlt! Immer wieder überrascht uns das „weiße Gold“ der Region mit neuen, unbekannten Fossilien. Nicht umsonst betreibt das Jura-Museum Eichstätt seit Jahren eine Forschungsgrabung in Ettling bei Pförring.

Hin und wieder werden dabei neue Tier-Arten entdeckt, so auch dieses Mal. Um ein Fossil einer bestimmten Gattung und Art zuordnen zu können, wird es mit bisher bekannten Stücken verglichen. Dabei fanden die Wissenschaftler des Jura-Museum Eichstätt und des American Museum of Natural History einige ungewöhnliche Fische, die nicht in das bekannte Schema passen. Von den nächsten Verwandten unterscheiden sie sich vor allem an der geringen Anzahl der Rückenflossenstrahlen und der Anordnung der Schuppen. Es war klar: Hier liegt eine bislang unbekannte Gattung vor.

Nun wurde die Gattung zu Ehren des französischen Palaeontologen Thiollière (1801 – 1859) benannt und als Palaeomacrosemius thiollieri beschrieben. Der Holotypus, also das Fossil, an dem die neue Gattung fest gemacht wird, befindet sich in der Sammlung des Musée d´Histoire Naturelle de Lyon, der Paratypus, also das Referenz-Fossil im Jura-Museum Eichstätt. Die Beschreibung ist zu finden unter:  

EBERT, M.; LANE, J. A.; KÖLBL-EBERT, M. (2016): Palaeomacrosemius thiollieri, gen. et sp. nov, a new Macrosemiidae (Neopterygii) from the Upper Jurassic of the Solnhofen Archipelago (Germany) and Cerin (France), with a revision of the genus MacrosemiusJournal of Vertebrate Paleontology, Vol. 36, Iss. 4

http://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/02724634.2016.1196081

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