Seit kurzem sind zwei neue Nautili in den Aquarien des Museums zu sehen. Nach dem Tod des betagten Tieres im Winter war für mehrere Monate das Aquarium verwaist. Nun sind zwei neue Tiere im Becken. Die Kopffüßer sehen zwar durch ihre eingerollte Schale auf den ersten Blick aus wie Schnecken, tatsächlich handelt es sich aber um Vertreter einer recht eigenständigen und altertümlichen Gruppe von Weichtieren. In die entfernte Verwandtschaft gehören die ausgestorbenen Ammoniten und Belemniten, sowie die noch heute lebenden Tintenfische. Als einzige lebende Vertreter der Kopffüßer haben sich die Nautiliden die außenliegende Schale bewart. Somit gelten sie als typische "Lebende Fossilien".

Heute leben die Nautiliden in sechs Arten im indischen und pazifischen Ozean. Sie sind hauptsächlich Aasfresser und kommen in Tiefen bis über 600m vor. Ihre Strategie der langsamen Bewegung ist dem Endergiesparen in den kalten Tiefen der tropischen Ozeane geschuldet. Über ihre Vermehrung und Verhalten ist bisher kaum etwas bekannt.

Seit Jahrtausenden haben Nautiliden Bedeutung für den Menschen. Sie werden in Indonesien traditionell zur Nahrung gefischt. Problematisch ist vor allem der massenhafte Fang von Nautiliden für den Tourismus. Die Schale wird als Souvenier und "Designelement für Badezimmer" in so großen Mengen nach Europa verkauft, dass ein Zusammenbrechen der Bestände in den nächsten Jahren nicht ausgeschlossen werden kann.