Seit 24. Mai 2012 ist die neue Riffausstellung im Hauptsaal des Jura-Museums zu besichtigen! Riffe sind ein Nebengestein der Solnhofener Plattenkalke. Fossile Riffe bestehen aus den Skeletten und Schalen ihrer Erbauer und vieler ihrer Bewohner. Riffgestein ist daher voller Fossilien. Allerdings fehlen die Wirbeltiere, da sie im sauerstoffreichen Milieu der Riffe rasch von Aasfressern verzehrt werden. Ihre Fossilien muss man als Zufallsfunde in den Plattenkalkwannen suchen. Andererseits geben die Plattenkalke keine Vorstellung von der hohen Diversität an Wirbellosen in einem jurazeitlichen Riff. Hier kann nur das Riffgestein selbst Aufschluss geben. Erst beides zusammen, Plattenkalkfossilien und Rifffossilien, geben ein einigermaßen objektives Bild vom Leben in unseren Jurariffen. Riffe waren und sind faszinierende, stark vernetzte Lebensräume. Eine Betrachtung von Riffen durch die Erdgeschichte zeigt, wie das biologische „Rifffenster“ von geologischen/klimatische Bedingungen ebenso abhing wie von der biologischen Diversität, die die Evolution in einem bestimmten Zeitabschnitt zur Verfügung stellte.

Bild: Korallenriff im Jura-Museum (Foto: Haas)